
Die WAGNER-FEIGL-FORSCHUNG/FESTSPIELE wurden 1996 von Florian Feigl und Otmar Wagner gegründet. Ihre Arbeiten umfassen Vorträge, Performances, Installationen, Publikationen. Internationale Aufmerksamkeit erregten Wagner und Feigl vor allem mit ihrer Lecture-Performance ›Die Enzyklopädie der Performancekunst‹, für die sie 2007 den 1. Preis des Wettbewerbs ›Performing Science‹ des ZMI (Zentrum für Medien und Interdisziplinarität) der Universität Giessen erhielten. Einen Essay über die Geschichte des Duos gibt es hier (PDF), Publikationen zur Enzyklopädie hier.
HYPEROBJEKTE? Wagner und Feigl arbeiten dran…
SOPHIENSÆLE Berlin, Februar 2020
Konzept / Texte / Objekte / Sounds / Performance: Florian Feigl & Otmar Wagner
Objektbau / musikalische Beratung: Ole Wulfers
Videoberatung / Dokumentation: Christopher Hewitt
Produktionsleitung: Marit Buchmeier/xplusdrei, Leoni Grützmacher
Eine Produktion von Wagner-Feigl-Forschung/Festspiele in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE und WUK performing arts Wien. Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Magistratsabteilung 7 – Kultur der Stadt Wien. Medienpartner: taz. die tageszeitung
In der Kantine der Sophiensæle stehen zwei Autohälften: Als Luxusobjekt und Politikum ist das Auto ein mächtiges Symbol für Klimawandel, Kapitalismus und vieles mehr. Aber was ist es, wenn es ganz konkret vor einem steht? Im Licht der Autoscheinwerfer werden Teile aus- und umgebaut, Scheibenwischer tanzen durch den Raum und Wagner/Feigl lassen sich vom Takt der Blinker hypnotisieren. Ihr Experiment sucht auf der Materialebene nach den großen Konflikten unserer Zeit und findet dabei eine eigene Poesie. Als Prolog überschreiten Wagner/Feigl mit ihren Autoteilen feierlich die Schwelle zwischen Außenwelt und Theaterraum und entwerfen ein erstes Environment. An vier Abenden präsentieren sie dann jeweils andere Schwerpunkte der Forschungsarbeit.
Die für Ende März 2020 geplanten Performances im WUK Wien (WUK performing arts) wurden aufgrund der Corona-Epidemie abgesagt. Die zwischenzeitlich eingelagerten Autoteile und -objekte wurden im Herbst 2020 verschrottet.
WAS IST THEATER?
Eine TheaterPerformance für Menschen ab 12 Jahren
Theater an der Parkaue Berlin, 2007
Konzept / Texte / Objekte / Sounds / Performance: Florian Feigl & Otmar Wagner
Mitarbeit: Ulrike Hanstein
Dokumentation: Christopher Hewitt
Eine Produktion von Wagner-Feigl-Forschung/Festspiele in Koproduktion mit Theater an der Parkaue Berlin.
In WAS IST THEATER? setzen Wagner und Feigl auf die Gleichwertigkeit der verwendeten Zeichen und Mittel im Theater. Zwischen den Zeichenebenen gibt es keine Hierarchien: Raum, Licht, Performer, Text, Ton, Bild, Kleidung verweben sich zu einer Textur. Die Zuschauer*innen erfahren durch eigene Anschauung, wie Bedeutungen hergestellt und im nächsten Moment verändert werden. Sie erfahren, dass es nicht die eine Botschaft gibt, sondern mehrere, gleichberechtigte Lesarten. Mit der Einführung in die Elemente der theatralen Sprache, ihren unterschiedlichen Funktionsweisen und Möglichkeiten, öffnet sich dem Publikum das Theater als ein Raum, der vielfältige Interpretationsmöglichkeiten, spannende Umwege und verheißungsvolle Abschweifungen bereit hält. Wagner und Feigl begreifen ihr Projekt als sinnliche Schule des Sehens.
DIE ENZYKLOPÄDIE DER PERFORMANCEKUNST
Lecture-Performances, 2002-2008
Festival ›bone 11‹ – Schlachthaus Bern / FFT Düsseldorf / Wiener Festwochen – ›into the city‹, TU Wien / ›Unfriendly Takeover‹ – Frankfurt/Main / Theaterdiscounter Berlin / Symposium ›Performativity‹ – Universität Kopenhagen / Freie Universität Berlin / Internationaler Theaterkongress Hildesheim u.a.
Konzept / Skripte / Performances: Florian Feigl & Otmar Wagner
Fotos (Bern): Martin Rindlisbacher
Seit 2001 arbeitet die Wagner-Feigl-Forschung an der Entwicklung einer umfassenden Enzyklopädie der Performancekunst. Mit diesem Projekt eröffnet die Wagner-Feigl-Foschung aus der Performancepraxis heraus einen streng materialbezogenen, nicht-hierarchischen Zugang zur Performancekunst. Die Autoren analysieren nicht einzelne Performances in ihrer singulären Komplexität, sondern destillieren die einzelnen Bestandteile der jeweiligen Performance heraus. Diese fassen sie in handlungs- und materialbezogenen Gruppierungen systematisch zusammen. Ausgehend von allen bisher verwendeten Materialien und vollzogenen Handlungen ermöglicht das Projekt der Wagner-Feigl-Forschung eine umfassende Beschreibung und Analyse dieser hybriden Kunstform. Damit wird die Publikation der Enzyklopädie der Performancekunst ein unentbehrliches Nachschlagewerk sowohl für die wissenschaftliche Analyse als auch für die Performancepraxis darstellen.
In ihrer Performance-Lecture skizzieren die Autoren die Systematik der Enzyklopädie und zeigen, in welcher Form die enormen Auswirkungen der Performancekunst auf nahezu alle Bereiche gesellschaftlich kulturellen Lebens dokumentiert und veranschaulicht werden.
QUO VADIS?
Vorstudien zu einem Festspiel, diverse Orte, 2001
Konzept / Performances: Florian Feigl & Otmar Wagner







»Wir schießen uns in den Weltenraum. Von dort sehen wir uns selber zu, wie wir durch einen Supermarkt gehen und uns mit dem Nötigsten versorgen – kleinere Diebstähle und die eine oder andere Überflüssigkeit inklusive. QUO VADIS füllt uns und könnte der Name des grenzenlosen Weiß vor der Tür sein. Aber noch ist nichts bezahlt. Wir vertreiben uns die Zeit bis zum nächsten Kunstwerk. Wir können es fast nicht aushalten. Diese fiebrige und zielgerichtete Erwartung hält einige Überraschungen bereit. Mit Drahtbürsten und Nagelkämmen bearbeiten wir uns gewissenhaft, bis es endlich soweit ist. Wir werden zu Daten und können wirklich reisen.«




































