Bereits 1991 konstatierte Niklas Luhmann in seinem Vortrag ›Gibt es in unserer Gesellschaft noch unverzichtbare Normen?‹:
»Wenn wir heute überlegen, was eigentlich die Individuen mit der Gesellschaft verbindet, kommen wir meines Erachtens auf das Konzept der Karriere. Wir machen Karrieren. Gute oder schlechte, aufwärts oder abwärts, stagnierende, rasche, schneller als andere, und Karrieren sind immer so, daß was wir erreicht haben, bewertet wird in Bezug auf das, was wir damit anfangen können. Sodaß diese Karrierestruktur – viel stärker als die alte Ordnung – nicht auf Herkunft, sondern auf Zukunft gebaut ist.«
Das aktuelle Postulat lautet: WILLST DU KANNST DU…

…und der fröhliche Imperativ dazu:

Der Sprung geht nach oben:

Er folgt einer imaginierten Wachstumskurve. Die zeigt nach oben:

Oben ist der Himmel:

Im Himmel gefriert der Sprung …

… am Siedepunkt des Glücksgefühls.
Dieses Glücksgefühl kennt keine Herkunft. Es ist bodenlos. Und die Zukunft bleibt ungewiss, denn, so Luhmann:
»(…) wir haben Risiken. Wir wissen nicht, ob wir unsere Ausbildung zum Beispiel jeweils beruflich verwenden können, wir wissen nicht, ob wir in die falsche Firma eingetreten sind, die gerade nach drei Jahren Konkurs macht, und wir sitzen wieder auf der Straße.«
(Motiv aus den Essay-Performances ›HIC SALTA! – eine Sprungforschung‹ (2013-2015) und ›WUNDE WELT #1: Imperative der Identität‹ (2017-2024))